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Werkzeugbau für Elektromotoren und Turbinenherstellung. Teil 5

von: Roland u. Barthenheier
06.04.2015
Im Werkzeugbau für Elektromotoren- und Turbinenherstellung ist eine wichtige Abteilung die Profil- und Werkzeugschleiferei.
In dieser werden neue Werkzeuge geschliffen und auch Reparaturen an vorhandenen Werkzeugen durchgeführt. Das Spektrum der Arbeiten ist vielseitig. Daher sind die Mitarbeiter dieser Abteilung hoch qualifiziert und kennen sich mit Werkzeugen und Werkzeugschneiden bestens aus. Dies beruht auf einer fundierten Ausbildung und langjähriger Berufserfahrung in diesem Handwerk. Je nach Schwierigkeitsgrad der Arbeiten wird die Ausbildung vorgenommen, um dieses Handwerk bestens zu beherrschen. Geschliffen werden vor allem gehärtete Werkzeugstähle. Die Präzision der Arbeiten bewegt sich im Hundertstel- und Tausendstelmillimeterbereich. In diesem Handwerk sind neben präzisen Maschinen auch die Erfahrungen der Mitarbeiter entscheidend für diese hohe Genauigkeit.
Der Mitarbeiter dieser Abteilung kennt die Werkzeuge und seine Werkzeugmaschinen genau und kann damit für dieses Handwerk optimale Ergebnisse erzielen. Die spezielle Ausbildung erfolgt meist in den entsprechenden Abteilungen.

© industrieblick - Fotolia.com
Werkzeugmaschinen

Der Maschinenpark der Abteilung für Werkzeugschleifarbeiten besteht aus verschiedenen Maschinen für die unterschiedlichsten Arbeiten. Grundsätzlich sind Rund- und Flachschleifmaschinen vorhanden. Weiterhin wird dabei noch unterschieden in Innenrund- und Außenrundschleifen. Beim Flachschleifen bedient sich der Fachmann verschiedenster Hilfsmittel, um bestimmte Bearbeitungsaufgaben durchzuführen. Zusätzlich zu diesem Standardmaschinenpark sind noch spezielle Werkzeugschleifmaschinen vorhanden. Diese können Bohrer, Senker und Fräser schleifen oder auch Sägeblätter bearbeiten. Auch Maschinen für Bandsägeblätter werden genutzt, da die Bandsägeblätter im Zuschnitt benötigt werden. Unterschieden wird ebenfalls in konventionelle Maschinentechnik und CNC-gesteuerte Maschinentechnik.

© sorapolujjin - Fotolia.com
Werkzeugmaschinen

Die Flachschleifmaschine besitzt einen Schleifkopf, der in der Höhe verstellbar ist. Als Werkstückträger fungiert ein Arbeitstisch, der in der Regel eine horizontale Bewegung ausführt und in der anderen horizontalen Achse durch automatische oder manuelle Zustellung den Späneabtrag vom Material ermöglicht. Die Tischbewegung ist meist stufenlos einstellbar. Verschiedene Geschwindigkeiten ermöglichen die Anpassung an unterschiedliche Werkstoffe und Bearbeitungsaufgaben. Die Werkstücke werden entweder mit Spannern auf dem Werkzeugtisch befestigt oder auch von einer Magnetspannplatte gehalten. Die Magnetspannplatte ist am weitesten verbreitet und muss sehr präzise sein. Auf dieser Magnetspannplatte lassen sich auch spezielle Hilfsvorrichtungen befestigen, mit denen die Werkstücke beziehungsweise Werkzeuge gespannt werden. Einige davon sind das Sinuslineal oder der Anspannwinkel. Begrenzungen und Anschläge werden häufig mit geschliffenen Parallelschraubzwingen arretiert.
Die Aufspannung kann somit in verschiedenen Lagen erfolgen. Das Sinuslineal ist beispielsweise so konzipiert, dass sich Winkel sehr genau einstellen lassen. Dies erfolgt mithilfe von Messsteinen, die auf einer Seite des Sinuslineals untergelegt werden. Der Begriff Sinuslineal kommt daher, weil die Höhe der unterzulegenden Messsteine mithilfe der Sinusfunktion errechnet wird. Somit sind sehr genaue Einstellungen verschiedenster Winkel möglich, um beispielsweise Werkzeuge zu hinterschleifen. Das Sinuslineal wird am Anspannwinkel mittels zweier Parallelschraubzwingen befestigt. Alle Teile sind geschliffen und hochpräzise. Weiterhin werden Präzisionsschraubstöcke genutzt. Diese sind ebenfalls nach dem Prinzip des Sinuslineals an einer Seite schwenkbar. Somit lassen sich ebenfalls Messsteine unterlegen, um die zu bearbeitenden Werkzeuge in einen ganz bestimmten Winkel festzuspannen.

© ehrenberg-bilder - Fotolia.com
Tätigkeit vom Werkzeugschlosser

Eine weitere Variante ist das Profilieren der Schleifscheiben mit speziellen Abrichtgeräten. Zum Profilieren werden künstliche Diamanten eingesetzt. Diese sind in speziellen Abrichtgeräten eingespannt. Mit diesen Abrichtgeräten können an entsprechend formkonstanten Schleifscheiben Radien und Schrägen angebracht werden. So besteht die Nut eines Segmentes für ein Stanzwerkzeug zur Herstellung von Ständerblechen aus einer Kombination von verschiedenen Schrägen und Radien. Diese Form wird auf die Schleifscheibe mithilfe des Abrichtwerkzeugs übertragen. Die Form der Profilierung wird mit Schablonen überprüft. Die Prüfung der geschliffenen Segmente erfolgt ebenfalls mit Schablonen über einen Lichtkasten. Dieser Lichtkasten besitzt eine Lampe im Inneren und eine Mattglasscheibe. Hält man die Schablone an das fertige Segment des Stanzwerkzeuges, kann man mit bloßen Auge Fehler erkennen. Es ist möglich, durch den Lichtspalt im Bereich von Tausendstelmillimetern Unterschiede zu erkennen. Nur ein gleicher Lichtspalt zur Schablone zeigt, dass alles richtig ist.

Neben diesen Varianten dienen noch andere Messwerkzeuge dazu, die hergestellten Maße zu prüfen. Das sind unter anderem die Bügelmessschraube, mit der es sogar möglich ist, Maße im Tausendstelmillimeterbereich zu prüfen, wenn diese mit Messsteinen kalibriert wird. Es ist aber viel Erfahrung notwendig, da diese Maße oft gefühlsmäßig wahrgenommen werden. Um bestimmte Winkel zu prüfen, bedient man sich auch der Lichtspaltmethode. Ein Winkelmesser wird mithilfe der Sinusfunktion und hochpräzisen Messsteinen auf einen bestimmten Wert eingestellt und ermöglicht somit die Prüfung. Um die Ebenheit der Werkstücke festzustellen, dienen Haarlineale. Diese besitzen eine feine Kante, die auf das Werkstück aufgesetzt wird. Mit dem Lichtkasten sieht man somit feinste Abweichungen von der Parallelität.
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